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Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, plant Winterkorn eine Flut neuer Modelle: Bis 2010 soll der Konzern zwölf komplett neue Autos herausbringen, darunter hochemotionale Nischenmodelle und eher rationale, kostengünstige Lösungen für Wachstumsmärkte. Mindestens vier Neue entfallen auf die Kernmarke VW.

Flankiert wird das Ganze von einer breit angelegten Technikoffensive für Autos mit quer installierter Antriebseinheit. Der "modulare Quer-Baukasten" erlaubt beispielsweise die Einführung kraftstoffsparender Innovationen auch für preisgünstigere kleine Autos. Die Marke VW will zurück zu jenem Glanz, der sie Ende der Neunziger umgab. "Wir wollen VW zum Gattungsbegriff für das Auto machen - so wie Aspirin gegen Kopfschmerzen und Tempo für Papiertaschentücher", sagt Vertriebschef Michael Kern.

Ein Muss sind dabei Autos fürs Herz - allen voran offene Versuchungen, wie sie die Kunden unterhalb des Eos bislang vermissten. Einen Ausblick auf ein künftiges Spaß-Modell gab die Polo Cabrio-Studie, die Karmann auf der IAA zeigte. Hintergrund dabei: In Wolfsburg wird längst an einem feinen, kleinen Cabriolet zu vernünftigen Kosten getüftelt. "Ein offener Polo wäre eine tolle Sache", gesteht Entwicklungschef Ulrich Hackenberg, der ohnehin als Befürworter klassischer Open-Air-Mobile mit Stoffverdeck gilt. Aber so etwas ließe sich nur mit einem Einfachverdeck darstellen, das kaum zum hohen Anspruch der Marke passt. Auch der technische Aufwand für eine schicke zweisitzige Roadster-Version dürfte in dieser preissensiblen Klasse zu hoch sein. Darum präferieren die Kostenrechner von VW ein neues Golf Cabriolet.

Golf Cabrio in Planung

Es soll auf dem im Herbst 2008 debütierenden Golf VI aufbauen - und selbstverständlich mit vier vollwertigen Sitzen daherkommen. Geprüft wird derzeit, ob die cleveren Karmann-Ideen für Rohbau und Verdeck übernommen werden können - sie ermöglichen eine umklappbare Rückbanklehne und einen relativ großen Kofferraum mit einer üppig bemessenen Ladeöffnung, durch die sich sogar ein Kinderwagen einladen lässt. Das wäre ein attraktives Alleinstellungsmerkmal, über das bislang kein anderes Cabrio verfügt.

Preislich muss der offene Golf unterhalb des Audi A3 Cabrio liegen, das für Anfang 2008 angekündigt ist. Gegenüber der Golf Limousine dürften maximal 4.000 Euro Aufpreis fällig werden. Bis zu 35.000 Einheiten jährlich peilt VW nach interner Planung an, wenn das Auto um 2010 in Serie geht. Voraussetzung für den neuen Obenohne-VW ist der gelungene Markt-Start des Golf VI, wie er im Herbst 2008 auf dem Pariser Autosalon erwartet wird. Produktionsstätten sind auch künftig Wolfsburg und Mosel.

Der Golf soll nicht nur eine noch stärkere Ertragssäule bilden, sondern auch die traditionellen Markenwerte wiederbeleben. Basis des Autos sind Unter- und Rohbau des aktuellen Golf; die Abmessungen werden sich also kaum ändern. Die Grundform der Karosserie soll versachlicht werden – „im Stil des Golf IV“, wie Winterkorn andeutet, der gleichzeitig aber auf stilistische Parallelen zum Showcar Golf GTI W12 hinweist.

Als Motoren kommen größtenteils TSI-Benziner mit 1,4, 1,6 und zwei Liter Hubraum zum Einsatz. Die neu entwickelten, grundsätzlich aufgeladenen Direkteinspritzer sind leichter und kompakter als ihre Vorgänger, bringen aber mehr Durchzugskraft und einen geringeren Verbrauch. Stärkstes Modell soll der GTI mit einem 2.0 TFSI werden, der auf 250 PS hochgekitzelt werden soll. Denkbar ist zudem eine Version mit aufgeladenem Reihenfünfzylinder - er wird maximal 350 PS bringen.

R36 mit 280 PS

Weitergeführt wird auch die R-Reihe in Form des allradgetriebenen R36 mit 280 PS. Den VR6 soll es nur noch mit 3,6 Liter Hubraum geben. Ebenfalls sparsamer werden die Diesel, die im Golf durchgehend mit Common-Rail-Einspritztechnik zum Einsatz kommen. Die 1,6- und 2,0-Liter erfüllen die Abgas-Grenzwerte der ab 2009 gültigen Euro-5-Norm; der 1,9-Liter-Zweiventiler läuft nur noch begrenzte Zeit. Zudem soll der Golf als erstes VW-Modell mit Startstopp-System debütieren; eine weitergehende Hybridisierung wird folgen

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